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RUAG Space ist die RaumfahrtW-Division des Schweizer Technologiekonzerns RUAG. An sieben Standorten in der Schweiz, in Schweden und in Österreich beschäftigt RUAG Space rund 1100 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2010 einen Umsatz von 283 Millionen Schweizer Franken.[1]

Der Hauptsitz der Raumfahrtaktivitäten von RUAG befindet sich in Zürich Seebach, dem ehemaligen Hauptsitz der im Juli 2009 von RUAG übernommenen Oerlikon Space.[2]

Produkte und Dienstleistungen Bearbeiten

Kerngeschäft von RUAG Space ist die Entwicklung und Fertigung von Baugruppen für SatellitenW und TrägerraketeWn. Das Portfolio gliedert sich in fünf Produktbereiche:

  • Strukturen und Separationsmechanismen für Trägerraketen
  • Strukturen, Mechanismen und mechanisches Equipment für Satelliten
  • Digitale Elektronik für Satelliten und Trägerraketen
  • Ausrüstung für die SatellitenkommunikationW
  • Instrumente für Satelliten

Dienstleistungen (Standort Zürich):

  • Umweltsimulation (Environmental Testing) - diese umfassen: Vibrationstests, Schocktests (inkl. Pyroschocktests), Klimatests, Beschleunigungstests mit einer Zentrifuge, Falltests
  • Materialtests
  • Strukturtests

RUAG Space ist an vielen europäischen Raumfahrtmissionen beteiligt, unter anderem HerschelW, PlanckW, SMOSW, BepiColomboW, GalileoW und ATVW.

Einige spezielle Produkte wie beispielsweise SchleifringWe oder Thermalisolation bietet RUAG Space auch für Anwendungen ausserhalb der Raumfahrt an.

Geschichte Bearbeiten

Oerlikon Contraves, Contraves Space, Oerlikon Space Bearbeiten

Ab 1964 war die Firma Oerlikon Contraves im Raumfahrtsektor tätig. Damals beauftragte die European Space Research OrganisationW (ESRO) die Firma, die Struktur, Mechanik und das Thermosystem für ihren Forschungssatelliten ESRO-1 zu entwickeln. Als sich dann in den 1970er Jahren die European Launcher Development OrganisationW (ELDO) und die ESRO zusammenschlossen, um gemeinsam den Träger ArianeW zu entwickeln, wurde Contraves beauftragt, die Nutzlastverkleidung zu bauen. Seit damals hat Contraves über 160 Nutzlastverkleidungen verschiedener Generationen für die Ariane-Familie geliefert.

1999 wurde der Raumfahrt-Bereich der Oerlikon Contraves als Contraves Space rechtlich verselbständigt, blieb dabei aber ein Tochterunternehmen der in Unaxis Holding umbenannten Oerlikon-Bührle Holding. Im Zuge der erneuten Restrukturierung der Unaxis, samt Namensänderung in OC Oerlikon Corporation, erhielt Contraves Space im Dezember 2006 den Namen Oerlikon Space.

Im Juni 2009 wurde die Oerlikon Space AG vom Rüstungs- und Technologiekonzern RUAG übernommen und Ende Juni 2009 in RUAG Space AG umbenannt.

RUAG Bearbeiten

Die Raumfahrtaktivitäten von RUAG hatten ihre Wurzeln am Standort Emmen, wo das Unternehmen seit den späten 1970er Jahren im Unterauftrag von Oerlikon Contraves die Endmontage von NutzlastverkleidungWen für Ariane-RaketenW durchführte. Vor allem durch Akquisitionen baute RUAG das Raumfahrtgeschäft kontinuierlich aus. Zunächst übernahm der Schweizer Staatsbetrieb die Schweizer Firmen Mecanex (Nyon) und HTS (Wallisellen). Im Jahr 2008 erwarb RUAG die schwedische SAAB Space und deren Tochtergesellschaft Austrian Aerospace. Im Jahr 2009 schliesslich kaufte RUAG das bis dato grösste Schweizer Raumfahrtunternehmen, die Oerlikon Space AG.

Unternehmensstruktur und Standorte Bearbeiten

RUAG Space ist eine Division des Schweizer Technologiekonzerns RUAG mit Standorten in der Schweiz, in Schweden und in Österreich.

Die Schweizer Raumfahrtaktivitäten sind Teil der RUAG Schweiz AG, einer Tochtergesellschaft der RUAG Holding AG. Die 560 Mitarbeiter (Februar 2012) arbeiten an den Standorten Zürich, Emmen und Nyon.

Die schwedische Gesellschaft RUAG Space AB ist ebenfalls eine Tochtergesellschaft der RUAG Holding AG. 320 Angestellte (Dezember 2009) arbeiten in GöteborgW, 80 in LinköpingW.

Die österreichische Gesellschaft RUAG Space GmbH ist wiederum eine Tochtergesellschaft der schwedischen RUAG Space AB. An den beiden Standorten WienW und BerndorfW arbeiten 200 Angestellte (Dezember 2015).[3]

Nutzlastverkleidungen Bearbeiten

Das bekannteste Produkt sind die NutzlastverkleidungWen[4], die für die ArianeW-Trägerraketenfamilie von ArianespaceW hergestellt werden. Diese Raketen werden unter anderem von der europäischen Raumfahrtorganisation ESAW verwendet.

Auch liefert RUAG Space die Nutzlastverkleidung für die VegaW-Trägerrakete, die seit 2012 ebenfalls von Kourou gestartet wird.

Die amerikanische Atlas V500W der Firma Lockheed Martin Space SystemsW wird ebenfalls mit den Verkleidungen von RUAG Space bestückt. Verkleidungen für diesen Raketentyp sind bis 26 Meter lang.

Die Konstruktion ist ein SandwichW mit einem Kern aus AluminiumWwaben, der mit Deckschichten aus kohlenstofffaserverstärktem KunststoffW verklebt werden. Sie wird in einem AutoklavW bei 50 bis 250 °C gebacken (ausgehärtet), mit Korkmatten überzogen und lackiert.

Die Verkleidung schützt die NutzlastW während der StartphaseW vor Schäden durch den enormen LärmW und den aerodynamischenW DruckW und wird noch während der Antriebsphase vom Raketenrumpf abgesprengt, um die Freisetzung des bzw. der SatellitenW zu ermöglichen.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Geschäftsbericht der RUAG Holding AG, 2010
  2. RUAG Space, Zürich (englisch); abgerufen 22. Februar 2013
  3. 200 MitarbeiterInnen für Weltraumtechnik und Medizin in Wien International abgerufen am 28. Dezember 2015
  4. Hendrik Thielemann: Abgesprengt im All - Schweizer Spitzentechnologie für Europas Weltraumraketen. In: Franz Betschon, Stefan Betschon, Willy Schlachter (Hrsg.): Ingenieure bauen die Schweiz. Technikgeschichte aus erster Hand. Band 2. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2014, ISBN 978-3-03823-912-3, S. 56–62
Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „RUAG Space“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 23:47, 19. Feb. 2016‎ (Permanentlink) und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Weblinks Bearbeiten

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