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2012-08-04 13-31-04 Switzerland Canton du Valais Raron

Flugplatz Turtmann

Der Militärflugplatz Turtmann (ICAO-CodeW LSMJ) war ein MilitärflugplatzW der Schweizer Luftwaffe in Turtmann im Schweizer Kanton Wallis. Der ehemalige Reduitflugplatz wurde bis 2003 stillgelegt. Turtmann gilt als der letzte Kavernenflugplatz, dessen unterirdische Einrichtungen noch weitgehend im Originalzustand erhalten sind.[1]

Vorgeschichte[]

In den 1920er bestand eine Rasenpiste auf dem flachen Gelände bei Turtmann. Für die Fliegerkompanie 8 (Fl Kp 8) mit ihrem Kommandanten Hauptmann Leo Künzli und ihren Doppeldeckern Häfeli DH-5 und Fokker D.VIIW wurde Turtmann Wiederholungskursstandort und 1929 Manöverstützpunkt. Ab 1939 wurde auf der 600 Meter langen Rasenpiste ein Segelflugbetrieb aufgenommen.

Zweiter Weltkrieg[]

Mit dem Rückzug der Armee ins Reduit lagen verschiedene Flugplätze ausserhalb der Verteidigungsgrenzen des Reduit. Als Ersatz mussten unter grossem Zeitdruck und Aufwand Reduitflugplätze gebaut werden: im Berner Oberland die Flugplätze Saanen, St. Stephan, Zweisimmen, Reichenbach, Frutigen, Interlaken und Meiringen und im Wallis Turtmann, Raron, Ulrichen und Münster.

Im Mai 1941 führte die Armee Verhandlungen mit den Gemeindebehörde und den Grundeigentümern von Turtmann über die Erstellung eines Flugplatzes. Im Juni 1941 erfolgte der Befehl zur sofortigen Inangriffnahme der Bauarbeiten in der Reduitstellung.

Am 31. Juli 1941 wurde Kredit für den "Ausbau Landesbefestigung 1. Tranche" inklusive der Neuerstellung von zehn Flugplätzen, darunter Turtmann, genehmigt. Im November 1941 wurden die Tiefbauarbeiten auf dem neuen Flugplatz Turtmann fertiggestellt. Die planierte Fläche von 140 x 800 Meter wurde 1942 erweitert. Mit dem Kredit für den "Ausbau Landesbefestigung 2. Tranche" wurden die Holzhangars auf dem Feldstützpunkt Turtmann bewilligt.

Bis Ende 1943 wurde eine Hartbelagpiste und –rollstrassen erstellt, damit auf dem wichtigen Kriegsstützpunkt die Flugzeuge auch bei schlechten Wetterverhältnissen starten und landen konnten. Dies konnte nur mit Hartbelagpisten und -Rollwegen erreicht werden. Gleichzeitig wurden Kommandoposten (KP), Lagerschuppen, Einschiessanlage, sieben betonierte Flugzeugunterstände, acht hufeisenförmige Splitterwehre zum Schutz der Umgebung beim Aufmunitionieren der Flugzeuge erstellt.

Kalter Krieg[]

Von 1951 bis 1958 wurden im Fels Stollen für Flugzeuge, Kommandoposten und Munitionskaverne ausgebrochen. 1965 wurde die Hartbelagpisteverlängerung von 1200 auf 1500 Meter und die Rollstrasse Nord fertiggestellt. Von 1973 bis 1977 wurde die Munitionskaverne M2 gebaut. 1979/80 wurden verschiedene AC-Schutzmassnahmen verbessert (KP-Zugang und Munitionsnischen) und ein Materialmagazin erstellt. 1983 wurde die Pistenbefeuerung eingerichtet. 1989/90 wurden Flugzeug-Alarmunterstände gebaut.[2]

F-5 vorflug

F-5 Tiger, Flugplatz Turtmann

Turtmann war Stützpunkt für zwei Staffeln: die Fliegerstaffel 1 (F-5W) und die Fliegerstaffel 21 (HunterW). 1990 besass Turtmann Start- und Landebahnen 08/26 von 2000 Meter Länge und 40 Meter Breite aus Asphalt.

Armee XXI[]

Infolge von Sparmassnahmen der Armee XXI wurde der Flugplatz Turtmann 2003 stillgelegt. Die in Turtmann stationierte Flugplatzabteilung 3 und die F-5 Tigerstaffel 1 wurden aufgelöst. Die F-5 Tigerstaffel 6 (Piloten aus der Romandie) wurde nach Payerne verlegt und die dortige Tigerstaffel 13 aufgelöst.[3]

Die Flugzeugkaverne wurde nach Beendigung des militärischen Flugbetrieb zur Lagerung von M113W Schützenpanzer der Schweizer Armee weiterverwendet. Der ehemalige Militärflugplatz dient heute als multifunktionaler Eventplatz (Pferdeveranstaltungen, Motorsport, Delta Landeplatz, Musikevents, Austragungsort des Eidgenössischen Scheller- und Trychlertreffens 2005, Etappenort des italienischen Giro Donne, Etappenort des Gigathlons, Parkplatz für das Open Air Gampel).[4]

Literatur[]

Weblinks[]

Commons-logo Commons: Militärflugplatz Turtmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[]

Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „Militärflugplatz Turtmann“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 13:11, 1. Mai 2016‎ (Permanentlink) und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Earth46.3043361111117.712625626Koordinaten: 46° 18′ 16″ N, 7° 42′ 45″ O; CH1903: 621108 / 128140

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