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Flugplatz St. Gallen-Altenrhein
«People’s Business Airport»
Vorplatz Flughafen Altenrhein
Kenndaten
ICAO-CodeW LSZR
IATA-CodeW ACH
KoordinatenW
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 20 km nordöstlich von St. Gallen,
22 km westlich von Bregenz,
23 km nordwestlich von Dornbirn
Straße A1 – Ausfahrt 85 – Rheineck
Nahverkehr Buslinie 305 der RTB Rheintal Bus AG
Basisdaten
Eröffnung 1927
BetreiberW Airport Altenrhein AG
TerminalsW 1
Passagiere 101'092 (2015)[1]
Luftfracht 11'973 kg (2010)[2]
Flug-
bewegungen
27'288 (2015)[1]
Kapazität
(PAXW pro Jahr)
250'000
Beschäftigte 80 (2015)[1]
Start- und LandebahnenW
10R/28L 1500 m × 30 m Asphalt
10L/28R 600 m × 23 m Gras

Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein[3] (MarkennameW People’s Business Airport) ist ein RegionalflugplatzW in der Ostschweiz in Altenrhein SG, Gemeinde Thal, rund 20 Kilometer nordöstlich von St. Gallen am Ufer des Bodensees und unmittelbar an der Grenze zu Österreich gelegen.

Geschichte Bearbeiten

P-16 foto2

FFA P-16

Um das Bauverbot für Flugzeuge gemäss den Versailler VerträgenW zu umgehen, gründete das Deutsche ReichW 1925 die AG für Dornier-FlugzeugeW (Do-Flug AG) im grenznahen Altenrhein. Zum Werk gehörte auch eine 600 Meter lange Graspiste, welche ab dem Jahr 1927 bis zum Ausbruch des Zweiten WeltkriegesW für regelmässige Linienflüge nach Basel, Innsbruck und München genutzt wurde. Die Do-Flug AG ging später in die Dornier Werke AltenrheinW über, deren Führung 1948 Claudio Caroni übernahm. Dieser benannte das Unternehmen in Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein (FFA) um und kaufte es im Jahr 1952 vollständig auf.[4] Zusätzlich zur Graspiste wurde 1954 eine 1200 Meter lange und 30 Meter breite Hartbelagpiste gebaut, unter anderem auch für die militärische Nutzung im Kriegsfall. Die FFA baute und testete auf dem Flugplatz fünf Flugzeuge vom Typ FFA P-16, jedoch wurde die Produktion von 100 Serienflugzeugen vom Bund sistieret bevor das erste Serienflugzeug gefertigt wurde Die Hartbelagpiste wurde 1979 auf 1500 Meter verlängert.

Claudio Caronis Sohn Luciano verkaufte die FFA schliesslich 1987 an die Schindler Holding, welche den Unternehmensteil Waggonbau behielt und den Flugzeugbau sowie die FFA-Namensrechte an die Justus Dornier HoldingW weiterverkaufte. Von 1988 bis 1990 wurde die Infrastruktur des Flugplatzes (u. a. neue Hangars, Flugplatzgebäude, Sicherheitseinrichtungen, InstrumentenlandesystemW) ausgebaut. Ab 1994 folgten mehrere Eigentümerwechsel: nacheinander kauften das St. Margrethener Bauunternehmen Gautschi AG und danach das niederländische Unternehmen Strikwerda den Flugplatz. Im Jahr 2007 liess der Bund zusätzliche Charter- und Linienflüge auf dem Flugplatz Altenrhein zu, obwohl Gespräche mit Österreich über die Konzessionierung des Flugplatzes als Regionalflugplatz wegen Mängeln an baulichen Voraussetzungen blockiert waren. 2008 kaufte der Zürcher Industrielle Dieter Bührle die Aktienmehrheit am Flugplatz und benannte das Unternehmen in Airport Altenrhein AG um.[5] Im Jahr 2009 wurde der Flugplatz zu People’s Business Airport umbenannt; ein Jahr später wurde der Unternehmer Markus Kopf zum alleinigen Eigentümer und gründete die Fluggesellschaft People’s Viennaline.[6]

Lage und Verkehrsanbindung Bearbeiten

Altenrhein airport Lszr30102008

Übersichtskarte

Standorte der Schweizer Regionalflugplätze

Die Buslinie 305 der RTB Rheintal Bus verknüpft den Flugplatz St. Gallen-Altenrhein mit den Bahnhöfen von Staad, Rorschach und Rheineck und somit dem Netz der S-Bahn St. Gallen.[7] Von Vorarlberg aus fahren zwei auf den Flugplan abgestimmte Shuttlebusse ab Bregenz Bahnhof und Dornbirn Marktplatz zum Flugplatz. Mit dem Auto ist der Flugplatz von BregenW] und Vaduz in 30 Minuten erreichbar, von St. Gallen in 20 Minuten, von FeldkirchW in 40 Minuten und von Chur in einer Stunde.

Flugplatz St. Gallen-Altenrhein in Zahlen Bearbeiten

Check-in Flughafen Altenrhein

Check-in

Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein verfügt über eine asphaltierte Start- und Landebahn 10R/28L von 1500 Metern Länge und 30 Metern Breite, sowie die Graspiste 10L/28R.

2005 wurden 105'425 Passagiere gezählt. Im Jahre 2004 benutzten insgesamt rund 109'000 Passagiere den Flugplatz – es wurden 30'000 Flugbewegungen gezählt. 2003 waren es 30'600 Flugbewegungen (35'000 im Jahr davor) mit 108'500 Passagieren (111'000 im Jahr davor). Im 2015 wurden 100'500 Passagiere gezählt.

Im Jahre 2010 verkaufte Dieter Bührle seine 50-prozentige Beteiligung an der Betreibergesellschaft des Flugplatz St. Gallen-Altenrhein an Markus Kopf.[8]

Wirtschaftliche Bedeutung Bearbeiten

Die RheintalflugW bediente schon 1997 die Strecke Altenrhein-Wien 17 Mal pro Woche. Die Fluggesellschaft Austrian AirlinesW (bzw. Tyrolean AirwaysW) verband danach St. Gallen-Altenrhein mit drei Linienflügen pro Tag mit WienW, nachdem am 19. Februar 2003 dazu eine Zweigniederlassung gegründet worden war.[9] Beim Übergang auf die neue Betreibergesellschaft wurde diese Zusammenarbeit auf März 2011 gekündigt. Diese Linie wurde danach in Eigenregie durch die Fluggesellschaft People’s Viennaline betrieben.[10] Da für eine einseitig erklärte Beendigung des Vertrags eine Kündigungsfrist von fünf Jahren vorgesehen war, bediente Austrian Airlines den People’s Business Airport weiterhin und hatte vor, dies auch bis 2015 zu tun.[11] Seit dem 28. März 2011 (Beginn des Sommerflugplans) wurden wochentags zwischen St. Gallen-Altenrhein und Wien sechs Linienflüge angeboten. Im März 2013 gab Austrian Airlines jedoch bekannt, den Altenrhein-Flug zum Sommerflugplan einzustellen. Somit bediente People’s Viennaline ab diesem Zeitpunkt als Einzige diese Strecke.[12] Peoples Airlines flog unter der Woche dreimal täglich, am Wochenende einmal täglich nach und von Wien. Ab April 2016 wurde die Frequenz auf vier Flüge erhöht und Anfangs November 2016 startete die People's Viennaline mit Linienflügen zweimal täglich von Altenrhein via Friedrichshafen nach Köln/Bonn und zurück. [13]

Im Sommer finden Charterflüge zu Ferienzielen wie SardinienW statt.

Der Flugplatz ist auch für den geschäftlichen und privaten Flugverkehr von Bedeutung. Insbesondere während des Weltwirtschaftsforums in Davos wird er von PrivatjetsW angeflogen.

Altenrhein verfügt über ein Museum mit flugfähigen OldtimerWn von überregionaler Bekanntheit.

Fluggesellschaften und Destinationen Bearbeiten

Peoples Viennaline ERJ-170 OE-LMK LSZR 02

ERJ-170 der People’s Viennaline auf dem Flugplatz St. Gallen-Altenrhein

Fluggesellschaft
People’s ViennalineW

Flugtage Bearbeiten

In den Jahren 1988 und 1998 fand auf dem Flugplatz die sogenannte International Bodensee AirshowW (IBAS) statt. Für 2008 war eine weitere grosse FlugshowW unter gleichem Namen in Planung, musste aber wegen Widerstands aus der österreichischen Nachbargemeinde Gaissau abgesagt werden.[14][15]

Vom 26. bis 28. August 2005 trat bei der Airfield Show Altenrhein 2005 unter anderem das Flying Bulls Aerobatics TeamW auf.

Verzicht auf Konzessionierung als Flughafen Bearbeiten

Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein ist der einzige Schweizer Regionalflugplatz mit Linienverkehr im Status eines privaten FlugfeldsW.[3] Nach Art. 36a Luftfahrtgesetz wäre jedoch «für den Betrieb von Flugplätzen, die dem öffentlichen Verkehr dienen (Flughäfen), eine Betriebskonzession erforderlich.»[16] Im Sachplan Infrastruktur der LuftfahrtW wurde festgesetzt, dass eine Konzessionierung erfolgen muss, wenn der Linienverkehr ausgebaut wird. Da die österreichischen Behörden die von schweizerischer Seite angestrebte Entwicklung und die damit verbundene Konzessionierung des Flugplatzes derzeit ablehnen, soll bis auf Weiteres auf eine Konzessionierung verzichtet werden.[3]

Zwischenfälle Bearbeiten

  • Am 23. Februar 1989 kamen bei dem ungeklärten Absturz einer Aero Commander 690DW der RheintalflugW beim Anflug auf den Flugplatz Altenrhein elf Menschen, unter ihnen der damalige österreichische Sozialminister Alfred DallingerW, ums Leben.[17]
  • Am 6. August 2012 setzten die Piloten eines marokkanischen BusinessjetsW Embraer Phenom 300W zu spät und mit zu hoher Geschwindigkeit auf der Piste 10 auf, leiteten danach erst mit Verzögerung eine Vollbremsung ein und überrollten das Ende der Piste um 30 Meter. Dabei durchschlug die Maschine die Umzäunung, kreuzte die dahinterliegende Strasse wenige Sekunden nach der Durchfahrt eines Linienbusses und kam in einem Maisfeld zum Stillstand (LageEarth47.484229.57114). Die drei Insassen blieben unverletzt, das Flugzeug wurde schwer beschädigt.[18]

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 Vademecum 2016. In: Aerosuisse. Abgerufen am 9. August 2016 (PDF).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSIAA – Statistik. Abgerufen am 30. Oktober 2013.
  3. 3,0 3,1 3,2 SIL-Objektblatt des Regionalflugplatzes St. Gallen-Altenrhein. Abgerufen am 3. Juli 2012.
  4. Historisches Lexikon der Schweiz: FFA
  5. Ostschweiz: Bührle kauft Flugplatz Altenrhein. In: St. Galler Tagblatt. 17. Oktober 2008.
  6. Homepage des People's Business Airport: Unternehmensgeschichte
  7. peoplesbusinessairport.ch: Anfahrt Flughafen.
  8. Vorarlberg Online: Flughafen Altenrhein: Vorarlberger jetzt Alleineigner. 3. Juni 2010, aufgerufen am 14. November 2012.
  9. Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH, Innsbruck (A), Zweigniederlassung Altenrhein im Handelsregister.
  10. Flughafen Altenrhein bootet Austrian Airlines aus. In: NZZ.
  11. Wirtschaft (…) AUA pocht auf Kündigungsfrist. In: oesterreich.orf.at. 11. März 2011, abgerufen am 11. Mai 2011.
  12. Austrian gibt Bodensee-Flüge auf. Bei: aero.de. 6. März 2013.
  13. Peoples.
  14. IBAS08.ch: IBAS findet 2008 nicht statt.
  15. Gaißauer Widerstand bringt Bodensee Airshow zu Fall. In: vol.at.
  16. Bundesgesetz über die Luftfahrt. (PDF; 270 kB), abgerufen am 3. Juli 2012.
  17. Michael Gasser: Das Drama um Flug „Rheintal 102“. Vorarlberger Nachrichten (Russmedia Verlag GmbH), 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Juli 2015. (Archiviert via WebCiteW als www.webcitation.org/6a1lQINvL (MementoW vom 15. Juli 2015 auf WebCiteW) am 14. Juli 2015.)
  18. Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST, Schlussbericht CN-MBR Embraer EMB-505 vom 23. September 2014, abgerufen am 6. August 2016
Dieser Artikel basiert bzw. Teile davon basieren auf „Flugplatz St. Gallen-Altenrhein“ in der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom ‎ 14:36, 22. Nov. 2016‎ [Flugplatz St. Gallen-Altenrhein (Permanentlink)] und steht unter der Lizenz cc-by-sa 3.0 unportedW. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.




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